This is War

Was denkt ihr über Syrien? Was „wisst“ ihr drüber?
Kennt ihr irgendwelche Fakten oder nur das Bild unserer Regierung und Westpresse wie Al-Jazeera, das diesen meist fern bleibt?

Afghanistan.. Irak.. Hat echt keiner irgendwas gelernt?
Terror oder seine heutige Macht ist Folge westlicher „Politik“, angefangen bereits 1953 mit dem Putsch gegen den bis dahin „Man of the Year“ im Time Magazine, Mossadegh, das erste demokratisch gewählte Staatsoberhaupt im Iran.
Dieser galt als Reformer, wollte Frauenrechte stärken, war ein Freund des Westens, und vor allem: Er trennte Staat von Kirche.

Das Problem für die Briten, die sich den Iran als Kolonie hielten: Er verstaatlichte auch sein eigenes Öl, auf dass es dem Aufbau seines Landes helfe. Nicht gut. Das fand British Petroleum, „BP“, echt doof. Darum fand England das echt doof. Und weil England das wirklich „so“ doof fand, rannte es zur CIA in Amerika und weinte sich dort ordentlich aus, bis auch Amerika das echt total doof fand. Darum verbannte man Mossadegh vom „Man of the Year“ zum „zweiten Hitler“, seinerzeit der erste zweite Hitler, später sollten weitere Zweite von ihnen ernannt worden sein.
CIA und MI6 putschten Mossadegh kurzerhand vom Thron und ersetzten ihn durch den Schah, womit man den Iran zum neuen Mittelalter verbannte, des Geldes und des Öls wegen.
Auch heute stehen „Werte“, von denen man uns so gern etwas erzählt, wenn man wieder irgendwo einfallen möchte, ziemlich hinten an. Wir dealen Waffen, von der Pistole bis zum Kriegsschiff und Panzern, mit den Saudis. Nicht nur, dass der dortige Wahabismus die Glaubensgrundlage des IS stellt, die Saudis stellen dem IS noch so manch andere Wohltat, finanziell und auch ebenfalls durch Waffen. Auf diese Art gelangt gute deutsche Waffennarrenkunst der Marke G36 auch ganz einfach beim IS.

Nun „könnte“ man es in genau „diesem“ Fall auch als einen Akt des gut gemeinten Pazifismus deuten, da ja angeblich dieses G36 nicht nach vorn schießt, wenn es irgendwo irgendwie warm ist – und haltet euch fest, dies scheint der einzige heute noch gewollte Akt des Pazifismus zu sein, für den man heute nicht selbst medial verdroschen wird. Pazifismus – Pah, wie unpatriotisch! Patriotischer Pazifismus geht halt nur mit Patriot-Raketen.

Wieder zu den Saudis. Sie verwenden das gleiche Strafsystem, welches man im IS findet. Rübe ab auf alles, außer Ehebruch, da steinigen sie beide zu Tode. Die Saudis haben nach dem Enthaupten dann noch diesen Akt des Kreuzigens. Und vorher mehr Peitschenhiebe als beim IS.
Und zwar sind dies heute existierende Strafen für „Vergehen“ wie die Abkehr vom Islam, wie die Saudis/IS ihn für sich deuten. Oder auch für kritischen Journalismus.

Wenn uns also wieder jemand was von Werten erzählt, oder von jenen, die wohl keine hätten und welchen wir sie bringen sollten, der aber gleichzeitig dick mit den Saudis rumknutscht, dann sollten wir da unbedingt nen Moment drüber nachdenken.
Es ist ganz einfach. Saudis gehören Teile unserer Wirtschaft, ihnen gehören die Top-Fußballclubs der Welt und sie definieren in drastischem Maße den Ölpreis der Restwelt.
Werte, wer braucht die schon – Saudis haben sämtliche Werte, die man kaufen kann.

Tja, nun also Bomben auf Syrien, was?
Von allen Seiten, man denkt praktisch nur noch in guten und bösen Bomben, Hauptsache Bomben.

Der IS attackiert Paris – die Welt antwortet mit Bomben auf Menschen, die nichts mit dem IS zu tun haben.

Selbst, wenn Bomben irgendwie „nur“ IS-Kämpfer treffen würden, was in kühnstem Wunschdenken nicht möglich sein kann, sie werden das Problem des Radikalismus nicht lösen.
Radikalismus „wächst“ auf jener verbrannten Erde, welche wir durch Gewalt und Kriege hinterlassen. Er ist Ideologie, versucht mal, die zu „erschießen“. Schwierig. „Ideas are bulletproof“.

Egal – wir brechen Verfassung und Völkerrecht, wir lassen es krachen, wir wollen Blut sehen. Von Deutschland sollte ja laut Bundespfaffe Gauckkanone und Flinten-Uschi schon längst wieder Krieg ausgehen. Tusch – Ziel erreicht, Scheiß auf Menschenrechte, Völkerrecht, Verfassung und das letzte Bisschen Moral und Ethik.
Vehement wird von diesen schrägen Typen, man schreibt immer „Experte“ unter die Bilder, im TV geleugnet, dass dadurch die Gefahr für deutsche Bevölkerung, Ziel von IS-Aktionen zu werden, steige. Bullshit – selbstverständlich malen wir uns durch Beteiligung am Krieg nun kleine rote Zielscheiben auf die Stirn.
Das ist völlig logisch, würde aber eventuell Bevölkerungsteile verunsichern, welche nicht schon aus moralischen, ethischen Gründen gegen diesen Krieg sind. Man beeilte sich ja nicht umsonst so drastisch damit, diesen Krieg durchzuboxen, nach ein paar Stunden der Debatten waren sämtliche Parteien an Bord, außer ganz geschlossen der Linken und dem Großteil der Grünen. Der Rest erschien offenbar bereits in Bomberjacken und Springerstiefeln zur Debatte, damit man von dort gleich losziehen könne – oder leider auch nicht, dazu gleich noch mehr.
„Jeder“ könnte 1 und 1 zusammenzählen, wenn er daran ein Interesse hätte. Es ist logisch, dass dieser Krieg, ebenso wie jeder andere, nicht im Geringsten etwas mit Demokratie, mit Menschenrechten, mit Werten zu tun hat.
Wir vergießen fremdes, unschuldiges Blut, völlig bewusst.
Es trifft „immer“ Frauen und Männer, Kinder und Alte, eben „ALLE“.
Wir wissen es. Wir wissen es und töten weiter.

Für Frankreich hissen wir die Flaggen, weil Folgen westlicher Politik im Orient sich dort nun bemerkbar gemacht haben. Doch wo sind die Flaggen der Länder, welche ungleich viel mehr verloren haben durch unser Einwirken?
Wo ist die irakische Flagge, die der Afghanen, nun auch die der Syrer, jene Ägyptens, Libyens, eben all die Flaggen jener Länder, an deren Zerstörung wir mindestens „beteiligt“ waren, wenn nicht gar Hauptverursacher?
Die sind uns, so hart das klingt, egal.
Die sind wo anders. Das sind ja nur irgendwelche Wüstenbewohner, nicht direkt weiße Menschen wie wir, so scheint es hier Gesinnung zu sein, und das ist pervers und zutiefst widerwärtig und rassistisch. Millionen Tote Menschen, die waren wie du und ich, und die starben allein in Afghanistan und im Irak.

Krieg ist sinnlos, schändlich, hässlich, brutal.
Er trifft auch in Syrien gleichermaßen Muslime wie Christen, beide sterben dort aktuell durch unsere Bomben. Drohnen ziehen über die Himmel dieser Länder, in welchen wir „Interessen“ haben. Frauen und Kinder werden von Hellfire-Raketen zerfetzt, wenn mal einer in Schwarz über den Bildschirm läuft, denn er könnte ein IS-Kämpfer sein.

Syrien ist nicht „eine kahle Festung des IS“, was man uns hier irgendwie zu vermitteln versucht. Syrien besteht aus Städten, aus Dörfern, dort leben Menschen wie du und ich. Sie leben dort ihren Alltag. Sie arbeiten, treffen sich mit Freunden, Kinder spielen auf den Straßen. Wie im Irak, wie in Afghanistan.
Selbst wenn die Regionen unter Kontrolle des IS gefallen sind, so versuchen dort Menschen zu leben, wie sie es unter Kontrolle der Taliban in Afghanistan taten.
Die Straßen sind dort nicht mit IS-Kämpfern gefüllt, sondern mit Menschen. Dort schlagen unsere Bomben ein und treffen „vielleicht“ auch einen IS-Kämpfer, hauptsächlich aber eben „Jeden“, der da wandeln mag. Menschen werden auch in den Trümmern der getroffenen Gebäude verschüttet – von ihnen werden wir niemals hören.

All das ist exakt das, was der IS provozieren wollte.
Den Angriffskrieg, den Einfall, möglichst die Besatzung gegen Syrien durch den Westen.
All das wird den Hass derer erzeugen, deren Land, deren Familien wir zerrissen haben, deren Kinder wir töten. Was bringt das dem IS?

Es bringt eben jenen fruchtbaren Boden, auf dem Radikalismus nur so wuchern wird.
Der IS wird die berechtigte Verzweiflung, die Wut unserer Opfer mit offenen Armen empfangen. Denn für diese Opfer sind „wir“ die Terroristen, und das ist leider nachvollziehbar.

Der „War on Terror“, also unser Vorwand für das Ausbeuten anderer Länder, ist damit genau das Gegenteil dessen, was man sich unter „gegen den Terror“ vorstellen würde.
So sollte man sich mal vor Augen führen, dass es im Irak keine Al Qaida gab, „bevor“ wir ihn überfallen haben.
Wir gingen da auch nicht wirklich wegen 9/11 rein, da der Irak damit so gar nix zu tun hatte, wir hatten einfach keinen Bock mehr auf Hussein. Der war bloß so lange unser Kumpel, so lang er nur die Länder überfiel, welche die USA ihm vorgaben. Dann drehte er sich um, tat das selbe mit Kuwait, dadurch wurde er plötzlich das Böse. Ein weiterer zweiter Hitler, ehemals guter Kumpel eines G.W. Bush.

Zum Zeitpunkt des Einmarschs im Irak gab es dort nun also keine Al Qaida, die Zahl der „international“ als Gefahr geltenden Terroristen belief sich auf Hundert oder Hunderte. Seit dem Beginn des „War on Terror“ wuchs die Liste auf HUNDERTTAUSENDE.

Damit das Ganze für unser durch „Big Brother“ oder „GZSZ“ gut unterhaltenes Volk nicht irgendwie aufrüttelnd wirken konnte, musste das Bild des Krieges medial natürlich ein wenig nachbearbeitet und verziert werden.

Wer sich gegen eine völkerrechtswidrige Besatzung auflehnt, der wird ganz einfach „Terrorist“ genannt. Die sind ja immer böse. Die können weg. Gut so. Fast wie in Big Brother, das mit den Diktatoren.
Gleiches geschieht mit toten Zivilisten. Frauen und Kinder in Stücken, das ist nicht gut für die Ruhe im Volk. Drum waren auch das notfalls Terroristen, mindestens aber „Kollateralschäden“, was besser klingt als „durch uns getötete Kinder“.
„Krieg ist Politik mit anderen Mitteln“Propaganda steht bei beidem an der Tagesordnung, auf allen Seiten.

Ein Beispiel: Informiert euch mal selbst zum bekannten Luftangriff auf 2 Tanklaster bei Kunduz, Afghanistan.
Ich empfehle euch dazu als Orientierung folgenden Wiki-Link:
https://de.wikipedia.org/wiki/Luftangriff_bei_Kundus
Versucht mal, bei diesem Wirrwar „Fakten“ zu finden.
TAZ: Die Toten waren Zivilisten, welche Öl von 2 liegengebliebenen Tanklastern zapfen wollten.
Das deckt sich mit Zeugenaussagen.
Unter anderem sprach auch Jürgen Todenhöfer mit den Überlebenden, Zeugen und Angehörigen der Opfer, was er in seinem Buch „Du sollst nicht töten“ dokumentierte. Diese Angehörigen konnten berichten, dass Menschen des Nachts durch die Straßen liefen und riefen, dass es gratis Benzin gäbe, dort ein sehr wertvolles Gut. Die zwei Tanklaster seien im Flussbett hängengeblieben. Dies sei nicht ungewöhnlich, da viele Fahrzeuge die Fahrten durch seichte Stellen der Gewässer dem großen Umweg über ferne Brücken vorziehen.
Kinder wurden mit Kanistern vorausgeschickt, um Öl abzuzapfen, Eltern folgten, sobald möglich.

Auf Befehl eines deutschen Generals wurden die Tanklaster abgeschossen. Selbst die Piloten in den Kampfflugzeugen aus den USA hatten Zweifel. Sie fragten nach, ob sie zuerst die Zivilisten durch Tiefflug vertreiben dürften. „Negativ“.
Es soll gefragt worden sein, ob denn überhaupt die Laster oder die Menschen das Ziel seien. „Wir sollten versuchen, die Menschen zu treffen“. Es fanden keinerlei Kampfhandlungen statt.
„Der Deutsche am Bildschirm“ verlangte 6 Bomben. Es fielen nur 2, doch sie fielen.
Fast 150 Tote.

Auch Amnesty International stützt sich auf die Aussagen der Angehörigen, Dorfältesten und Polizeikräfte, nach denen es sich dabei weitestgehend um Dorfbevölkerung handelte, welche Benzin aus den liegengebliebenen Lastern zapfen wollte.

Dagegen stellen sich gewisse reißerische Medien, welche in einigen Fällen einzig von Tanklastern berichten, welche unter Kontrolle der Talibankämpfer kurz später sicherlich im Bundeswehr-Camp detoniert wären, hätte man sie nicht bombardiert. Tote Zivilisten?
Pah, alles Terroristen.

Üblich ist es, dass diese Medien meist ohne jeglichen Kontakt über solche Ereignisse berichten. Auslandskorrespondenten sind kostspielig, Nahostexperten wie Michael Lüders oder Todenhöfer sind gegen diese Kriege und damit nicht erwünscht, also wird berichtet, was den Kriegskumpels und Regierungen am besten in den Kram passt und die Ablehnung im Volk möglichst gering hält.
Ein blutiges Massaker wurde uns verkauft als „erfolgreicher Schlag gegen die Taliban“.
Man hinterfrage also bitte kritisch, ob es nicht sein könnte, dass die Berichterstattung nicht einen gewissen Mangel an Objektivität aufweist.

Ein Volk, das täglich von vielen toten Kindern hört und sieht, zugleich von nur im Verhältnis sehr wenigen tatsächlichen ausgeschalteten Radikalen, das könnte immerhin darauf bestehen, dass diese schmutzigen Kriege sofort beendet und die Verantwortlichen, also Politiker, ihrer angemessenen Strafe zugeführt werden.

Ich möchte betonen, dass die Politiker die Verantwortung als Verursacher tragen.
Der Soldat, der sich an Befehle und Richtlinien hält, ist selbstverständlich auch nur dann „frei“ von Schuld, wenn er von Anfang an zu Hause blieb oder sich anderweitig unmenschlichen Akten verweigerte.
Wie zum Beispiel dem völkerrechtswidrigen Krieg, dem wir gerade beitreten.

Ein jeder sollte sich die folgende Frage stellen:
Wie viel Krieg gäbe es noch, würden nur alle in der Pflicht stehen, in erster Reihe zu marschieren, welche die Entscheidung über Krieg oder Frieden tragen und ihre Stimme dem Krieg geben?
Wenn sie für ihre Entscheidungen in vollem Maße Verantwortung trügen?
Wenn es auch „ihre“ Söhne und Töchter wären, welche im Krieg traumatisiert, verstümmelt oder getötet werden?
Doch die, die die Welt in Kriege stürzen – sie sitzen an sicheren, gemütlichen Schreibtischen in großen, sicheren Eigenheimen, welche nie eine Rakete sehen werden, nie in Trümmern liegen werden. Sie haben Privilegien. Keines ihrer Kinder könnte Opfer des Krieges werden, den sie darum befürworten.

Darum appelliere ich an Frau Merkel, Herr Gauck, die Angriffsministerin Uschi, ja gar an den ganzen Bundestag im Falle der Stimme „für“ den Krieg, freiwillig sämtliche Konsequenzen ihres unsäglichen, erbärmlichen Agierens vollständig als eigene Bürde zu akzeptieren.

Man stelle sie vor die Wahl, ganz vorn durch das Minenfeld zu wandeln, um jene zu schützen, die sie so einfach und geschlossen in ihr Verderben entsandt haben.
Wahlweise dürfen sie auf die wohl erhebliche Dauer des Krieges sowie sämtlicher Folgen davon Quartier im Zentrum der angegriffenen Region beziehen. Ohne Privilegien.
Sie sollen dort arbeiten, auf Feldern, in Gewerben, während die Bomben fallen.
So wie jene Menschen, welche das in diesen Kriegsgebieten immer tun müssen, um ihr Leben weiterführen zu können.
Und möge man sie mitsamt ihrer Familie dort unterbringen.
Uschi mit sämtlichen Kindern, denn sie soll erschlagen werden von der Angst, welche sie den Völkern dieser Welt selbst auferlegt.
Sie sollen sich dessen bewusst werden, was sie verursachen.
Sie sollen empfinden, was sie anderen Menschen durch ihre Entscheidungen aufbürden.
Sobald im Irak, in Afghanistan, in Mali, im Kosovo, im Jemen, in eben sämtlichen Ländern, in welchen wir oder unser Kapitalismus tätig ist, Milch und Honig fließen und Frieden existiert, so möge man unseren Kriegstreibern auch Asyl in Deutschland gewähren, als Migranten – natürlich nur, wenn sie die Reise übers Meer überleben, ohne ihre Privilegien.

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